Die Kastration der Hündin.

Das sind wichtige Fragen zum Thema Kastration der Hündin, vornehm gesagt zur "Ovariohysterektomie" oder "Ovariektomie".

Wir wollen hier keine pauschalen Festlegungen treffen. Denn alle Antworten zum Thema Kastration müssen individuell für die einzelne Hündin und ihre Halter gefunden werden.

Nur ein Beispiel: Heiß diskutiert wird die Frage, ob vor oder nach der ersten Läufigkeit.  Wir bieten beides an - je nachdem. Man darf es nur nicht zur Glaubensfrage machen, sondern man muss sich die Mühe machen, auf Grundlage von wissenschaftlichen Untersuchungen eine gute und individuelle Antwort zu finden.

Denn wer z.B. in dieser Frage ein "unbedingt vor der ersten Läufigkeit" sagt, macht schon einen Fehler: Bei einzelnen Hündinnen bestehen nämlich klare Ausschlußkriterien. Diese Hündinnen darf man gar nicht vor der ersten Läufigkeit kastrieren.

Noch ein Beispiel: Soll man überhaupt? Auch hier sind ein "unbedingt!" oder ein "niemals!" fraglich. Besser ist: "je nachdem". Eines wollen wir hier gern schon mal sagen: Die Kastration kann einigen Erkrankungen wie Milchdrüsentumoren, Eierstocksproblemen oder Gebärmutterentzündungen vorbeugen. Insbesondere die Brustkrebsrate sinkt massiv, wenn vor der zweiten Läufigkeit operiert wird; dieser schöne Effekt wird geringer mit jeder weiteren Läufigkeit.

Doch der oft gemachte pauschale Rat zur Kastration stammt noch aus Zeiten, in denen man diesen Erkrankungen nur schlecht begegnen konnte. Wir haben heute weit bessere Methoden als vor fünfzehn oder zwanzig Jahren, um z.B. Gebärmutterprobleme schon früh zu erkennen. Auch die Therapiemöglichkeiten sind besser geworden.Wir finden, diese erfreulichen Fortschritte in der Tiermedizin relativieren die viel behauptete "Notwendigkeit" zur Operation doch sehr.

Und was ist mit Nebenwirkungen durch die Kastration der Hündin? - Es gibt sie, es gibt beispielsweise bei manchen Tieren Fellveränderungen, bei anderen eine hormonell bedingte Blasenschwäche nach der Kastration - und zwar abhängig von Rasse und Typ.

Wenn wir aber kastrieren, sind wir sehr klar in der OP-Methode. Wir entfernen immer beide Eierstöcke und die Gebärmutter, und zwar bewusst ohne Endoskop. Wir  finden, unsere Methode ist auch langfristig die beste und sicherste. Wir erläutern gern im Gespräch, warum wir so operieren, wie wir operieren. Und nicht anders.  

Sie merken schon: Ob und wann und wie - das besprechen wir am besten gemeinsam in der Praxis. Und Ihre Hündin sollte zum Beratungsgespräch mitkommen. Um die geht ja. 

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