Ein Hund unterm Weihnachtsbaum? Wichtige Überlegungen

Warum ein Tier zu Weihnachten nicht die beste Idee ist

Ihre Familie wünscht sich eigentlich schon lange einen Hund? Und ist nicht Weihnachten ein optimales Fest, um einem kleinen Welpen ein zu Hause zu geben?

Wir haben für Sie ein paar Anregungen und Überlegungen, die man vor dem Fest treffen sollte, bevor man dann wirklich zur Tat schreitet und einen Hund oder eine Katze kauft. Oder eben 2 Kaninchen im Käfig – die sind auch leichter zu besorgen.

1. Tiere sind im Grunde kein "Geschenk" für Kinder. Tiere sind eine Erweiterung der Familie. Es sind Familienmitglieder, die über Jahre das Leben der Familie begleiten und bereichern. Auch wenn das 10- oder 12-jährige Kind Feuer und Flamme ist, endlich einen Hund haben zu dürfen, es sind defintiv immer die Eltern, die Nacht bei Regen, Sturm und Schnee mit dem Tier spazieren gehen. Und mit IMMER meinen wir IMMER – wir kennen uns aus – wirklich. Sie sind erwachsen, Sie kaufen den Hund erst einmal für sich. Die Kinder kommen in die Pubertät, auch andere Dinge werden eine Rolle spielen, das Haustier tritt ein Stück in den Hintergrund. Am schlimmsten betroffen sind Kaninchen und Meerschweinchen. Ein 11-jähriges Kind freut sich sehr, mit 15 ist ein Meerschweinchen nicht mehr interessant und den Käfig machen seit Anbeginn Sie sauber. Und ja wir pauschalisieren, aber aus Erfahrung.

2. Dürfen Sie in Ihrer Mietwohnung Haustiere halten? Haben Sie das im Vorfeld geklärt?

3. Hat jemand in der Familie Allergien, zum Beispiel gegen Pollen oder Hausstaub? Dann lassen Sie sich vorher auf Tierhaare testen. Sicher ist sicher. Nichts ist schlimmer, wenn das Glück so groß ist, dass ein Tier eingezogen ist und dann jemand schwer krank wird, weil die Haare Asthma oder Hautentzündungen auslösen. Sich von einem geliebten Tier zu trennen ist furchtbar.

4. Ein Haustier kostet Geld. Es reicht nicht, es sind nicht nur die Futterkosten, man muss den Tierarzt/die Tierärztin, die Haftpflichtversicherung, Krankenversicherung, Leinen, Decken etc. mit einberechnen. Man täuscht sich, was da monatlich schnell zusammenkommt. Und man braucht einen Puffer, falls einmal ein Notfall eintritt. Ist das aktuell möglich?

5. Wieviel Zeit haben Sie eigentlich? Wie lange arbeiten Sie, wie viele Stunden sind Sie aus dem Haus? Passt ein Tier wirklich in Ihr Leben? Und wohin mit ihm im Urlaub – gibt es Familie, Freunde oder eine Pension, die das Tier in der Zeit betreut, es füttert, das Katzenklo säubert, mit dem Hund spazieren geht?

6. Ziehen alle an einem Strang? Oder gibt es jemanden, der mit der Anschaffung des kleinen Welpen so gar nicht glücklich ist, oder einfach nur Zweifel hat. Seid Ihr Euch über die Rasse wirklich einig und wurde sich da ausführlich über die Besonderheiten der Rasse informiert?

7. Haben Sie vor umzuziehen, den Job zu wechseln oder Ähnliches? Dann ist vielleicht gerade nicht die optimale Zeit, um einem Tier ein schönes zu Hause zu schenken. Man denke an die „Corona Hunde“.

8. Haben Sie genug Platz?

9. Tiere sind etwas Wunderschönes, sie bereichern das Leben und machen glücklich. Aber sie sind eine Lebensentscheidung, kein fancy Geschenk zu Weihnachten. Also seien Sie kritisch mit sich selbst, um das passende Tier für Ihre Familie zu finden.

Ihr Praxisteam der Tiermedizin am Rothenbaum