Grannen beim Hund

Der Fremdkörper des Sommers

Grannen sind kleine, spitze und borstige Pflanzenteile von Getreide wie zum Beispiel Gerste, die sich leicht im Fell von Hunden verfangen und in die Haut oder Körperöffnungen einspießen können. Dies kann zu Entzündungen, Abszessen, Fisteln und Schmerzen führen.

Daher sollte man gerade langhaarige Hunde, oder solche mit lockigem Haar regelmäßig nach Spaziergängen auf Grannen untersuchen und diese aus dem Fell entfernen.

Grannen werden in (wir würden sagen allen) Tierarztpraxen-und kliniken jeden Sommer zu Hauf entfernt.

Häufige Fundorte und typische Symptome

Auge (Bindehautsack)

Ein Klassiker ist der Bindehautsack, hier kann die Granne zumindest schnell gefunden werden. Die Symptome sind typisch. Der Hund kneift das Auge vor Schmerz, oft ist die Pupille eng gestellt, Blepharospasmus nennt man das. Das Auge tränt, die Hunde reiben daran mit der Pfote und tolerieren Berührungen oft schlecht.

Nach lokaler Betäubung mittels Augentropfen kann man hinter das dritte Augenlid sehen und die Granne zumeist recht unkompliziert entfernen. Der Tierarzt/die Tierärztin sollte dann aber auch noch einmal das Auge anfärben und mit einer Spaltlampe schauen, ob eine Verletzung der Hornhaut vorliegt. Oftmals ist dies der Fall und das Auge muss noch für längere Zeit mittels Augensalben therapiert werden.

Nase

Auch sehr typisch ist massives Niesen nach Spaziergängen, dann wurde die Granne in ein Nasenloch eingeatmet. Manchmal niesen die Hunde so stark, dass die Nase beim Niesen auf den Boden aufschlägt.

Häufig hilft da nur eine Narkose und das endoskopische Entfernen des Fremdkörpers.

Ohr

Das Gleiche gilt für Grannen im Ohr. Der Bereich ist so schmerzhaft, dass viele Hunde eine Narkose benötigen, um die Granne aus dem Ohr zu entfernen. Hierbei kann man gleich sicher schauen, ob das Trommelfell intakt geblieben ist.

Pfote / Zwischen den Zehen

Am häufigsten sind die kleinen Biester aber in der Pfote, zwischen den Zehen zu finden.

Der Hund läuft über die Granne und diese verfängt sich mit ihren Widerhaken im Fell zwischen den Ballen. Von hier wandert sie dann durch die Haut nach oben. Auf der Pfote bildet sich dann zwischen zwei Zehen eine rötliche weiche Beule, welche meistens schmerzt und anfängt zu nässen. Im besten Fall kommt die Granne dort von selbst wieder raus. In den meisten Fällen bedarf es aber tierärztlichen Behandlung. Der Tierarzt/die Tierärztin muss auf die Suche gehen und die Granne mittels Pinzette entfernen. Dies klingt einfacher, als es ist, denn so eine Granne kann sich noch überall in der Pfote befinden. Bei sehr toleranten Hunden klappt das manchmal ohne Narkose und nur mit lokaler Betäubung.

Viele Tiere brauchen aber eine Narkose und aufwendige Operation, um den Übeltäter zu finden.

Nicht immer wird die Granne gefunden, manchmal muss nachoperiert werden. Da braucht es von allen Seiten Verständnis und Geduld.

Vorbeugung

Am besten ist Vorbeugung – Grannen absammeln und Pfotenunterseite rasieren.


Ihr Praxisteam der Tiermedizin am Rothenbaum