Ohrmilben bei der Katze

Otodectes cynotis

Otodectes cynotis ist ein Parasit, genauer gesagt eine Milbe und der Erreger der Ohrräude. Es ist eine sehr kleine Milbe. Der Körper ist längsoval und mit sechs recht langen und starken Beinen ausgestattet, welche mit kurzen und ungegliederten Haftstielen, sowie glockenförmigen Haftlappen ausgestattet sind. Die Eier der Milbe sind oval. Sie kommt weltweit vor. Die Räudemilbe befällt vor allem Raubtiere (Carnivora) und somit auch Katzen. Selten ist die Übertragung auf den Menschen möglich.

Lebensweise und Befall

Otodectes cynotis durchsticht mit seinen Cheliceren (diese dienen sowohl dem Ergreifen der Beute, andererseits spielen sie auch eine wichtige Rolle als Greifwerkzeug beim Fressakt) die Epidermis und ernährt sich dann von der austretenden Gewebsflüssigkeit und Lymphe.

O. cynotis besiedeln in erster Linie die Haut von Ohrmuscheln und von den äußeren Gehörgängen. In erster Linie sind Katzen, Luchse, Frettchen und Füchse betroffen, aber auch Hunde und Marder können Träger dieser Ektoparasiten sein. Otodectes cynotis sind nicht wirtsspezifisch. Schon sehr wenige Milben können eine Gehörgangsentzündung und Ohrräude zur Folge haben.

Symptome und typische Befunde

Die Milben reizen die Haut durch ihre Antigene und lösen dort allergische Reaktionen aus. Dadurch füllt sich die äußere Ohrmuschel reaktiv mit Cerumen, Blut, Exsudat und Milben-Detritus. Diese Bestandteile vermischen sich zu einer sehr typisch schwarz-bräunlichen, schmierig-klebrigen und krümeligen Masse ("kaffeesatzähnlich"), die einen ganz typischen Geruch aufweist.

Verbunden ist diese mit massivem Juckreiz und oftmals haben die Tiere sich durch Kratzen schon stark selbst beschädigt. Die Haut um die Ohren ist oft bereits haarlos, wund und blutig. Auch Blutungen aus dem Gehörgang kommen vor.

Risikogruppen und Umweltüberleben

Gerade Katzenwelpen sind oft betroffen und empfänglich.

Außerhalb des Wirtes können die Milben oft über Monate in ihrer Umgebung überleben.

Diagnose

Wenn sich Katzen mit Ohrmilben anstecken, kann man in einigen Fällen die Milben mit bloßem Auge erkennen, jedoch sind sie besser unter dem Mikroskop zu finden.

Schwere Fälle

In schweren Fällen wird die Schleimhaut im Ohr und die Haut am Ohr ganz krustig und borkig.

Behandlung und Pflege

Im Falle eines Ohrmilbenbefalles wird die Katze mit einem speziellen Mittel gegen Milben (Antiparasitikum) behandelt. Dadurch sterben die Milben und der Juckreiz lässt nach.

Das braucht allerdings Zeit und die Ohren sollten währenddessen gut gepflegt und gereinigt werden.


Ihr Praxisteam der Tiermedizin am Rothenbaum