Pyometra der Hündin: Wenn die Gebärmutter entzündet ist

Wenn die Gebärmutter entzündet ist

Grundsätzlich kann die Gebärmutter von allen Säugetierarten durch eine Entzündung erkranken. Besonders häufig tritt dies aber beim Hund auf und darum soll es in diesem Vetblog auch gehen.

Die Pyometra ist eine eitrige Entzündung der Gebärmutter. Sie tritt vor allem bei älteren, unkastrierten Hündinnen auf. Oft hatten diese Tiere Zyklusschwierigkeiten und Scheinschwangerschaften zuvor.

Es handelt sich bei der Pyometra um eine lebensbedrohliche Erkrankung, ganz gleich ob Hund, Katze, oder Kaninchen betroffen ist.

Sie entwickelt sich meistens nach der Läufigkeit.

Symptome und Diagnose

Zunächst wirken die Hündinnen etwas lethargisch, haben nicht so viel Appetit. Wenn dann plötzlich vermehrtes Trinken und häufiger Harnabsatz auftreten, sollte man als Besitzer*in hellhörig werden.

Beim Tierarzt, der Tierärztin wird in der Regel aufgrund des Vorberichts eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Diese zeigt dann die flüssigkeitsgefüllten Gebärmutterhörner. Manchmal, durch die Entzündung, auch freie Flüssigkeit in der Bauchhöhle.

Es gibt eine offene und eine geschlossene Form. Bei der offenen Form läuft Eiter aus der Scheide ab. Dieser ist, im Gegensatz zu Eiter beim Menschen nicht gelb, sondern eher rötlich-gelblich. Es kann sehr viel Eiter sein.

Bei der geschlossenen Form läuft kein Eiter aus der Gebärmutter ab. Hier besteht die Gefahr, dass die Gebärmutterwand reißt und sich Eiter in die Bauchhöhle entleert. Die Folgen wären eine Bauchfellentzündung und eine Sepsis – Blutvergiftung.

Aber auch bei der offenen Form kann es zur Sepsis kommen. Sie ist keine Garantie, dass der Zustand nicht lebensbedrohlich wird.

Therapie und Prognose

Die häufigste Behandlung ist die chirurgische Entfernung des Uterus. In der Regel ist es die einzige Möglichkeit, das Leben der Hündin zu retten.

Vorher sollte eine Blutuntersuchung erfolgen, um Entzündungswerte zu messen, nach der Gerinnung des Blutes zu schauen und um die Organwerte, wie von Leber und Niere zu prüfen.

Zusätzlich zur Operation in Vollnarkose wird eine Antibiotikatherapie und eine Schmerztherapie durchgeführt.

Meist braucht es etwa einen Monat, bis die Tiere sich vollständig erholt haben. Dann berichten die Besitzer*innen aber oft, dass es den Hündinnen so viel besser geht, als noch vor einem halben Jahr. Die meisten haben gedacht, dass die Hündinnen einfach alt geworden sind und daher ruhiger. Aber in Wirklichkeit waren diese „Alterserscheinungen“ große hormonelle Probleme mit Bauchschmerzen. Es ist nicht immer einfach einen Hund zu lesen.

Es gibt auch die Möglichkeit einen Therapieversuch mit Hormonen und Antibiotika zu starten. Unserer Erfahrung nach funktioniert dies aber nicht wirklich. Selbst die Hündinnen, denen es zunächst besser geht, erkranken erneut und starten dann mit schlechterer Ausgangsprognose in die Operation. Wir empfehlen dies nie.

Sollte man nun alle Hündinnen prophylaktisch kastrieren? Nein, natürlich nicht. Für die Kastration braucht es einen vernünftigen Grund. Eine mögliche Erkrankung im Alter gehört nicht dazu. Zudem haben viele Tiere auch keine Probleme mit der Läufigkeit.

Ihre Hündin ist alt und hat öfter Zyklusprobleme? Sprechen Sie uns gerne an, wir beraten Sie.

Ihr Praxisteam der Tiermedizin am Rothenbaum