Die „Krebsimpfung“ bei Hund und Katze.



Gleich vorweg: Das Zaubermittel gegen Krebs gibt es nicht. Immer noch nicht, und wird es wohl nie geben. Es gibt jedoch einen innovativen Ansatz in Human- und Tiermedizin, der faszinierend ist: die „autologe immunologische Tumortherapie“, auch „individuelle Tumorvakzine“ genannt. Manchen Tumorpatienten könnte damit ein Mehr an Lebensqualität oder ein Mehr an Lebenszeit gegeben werden - oder gar beides. Wir haben diese Methode bereits eingesetzt und damit ein beeindruckendes Ergebnis erzielt. So bieten wir diese Option weiteren Tumorpatienten an, unseres Wissens als erste Praxis in Hamburg.


Für die „Tumorvakzine“ werden dem Patienten Blutproben entnommen und in einem speziellen Labor aufwendig aufbereitet: Aus dem Vollblut werden bestimmte  Immunzellen, die Monozyten, gewonnen. Diese körpereigenen Zellen werden dann über mehrere Tage in Kultur gezüchtet. Sie sind zunächst „naiv“, sind also nicht  spezifisch gegen irgendetwas ausgerichtet. Durch Beigaben von chemischen Substanzen ( Zytokine, wie z.B. spezifische Interleukine) werden sie dann bei der Anzucht „scharf gestellt“. Dadurch sind sie zu „dendritischen Zellen“ geworden, die eine wichtige Aufgabe im Immunsystem übernehmen - insbesondere bei der Tumorerkennung.


Denn das ist die Krux bei der Tumorentstehung: Zwar entstehen in unserem Körper andauernd einzelne abweichende Zellen (also auch Tumorzellen), und die werden dann üblicherweise schnell von dendritischen Zellen aufgespürt und später vernichtet. Doch es kommt dann zum Krebs, wenn es dem Tumor gelingt, sich vor den Immunzellen zu verbergen („Escape-Mechanismen“). Denn die Krebszelle trägt eine Maske.


Dendritische Zellen sind die Schnüffler der Immunabwehr. Ihre Aufgabe ist die Erkennung von „bösen“ Zellen. Sie melden ihre Ermittlungsergebnisse an Killerzellen des Immunsystems - die dann dem Tumor zu Leibe rücken. Daher ist eine hohe Zahl von Dendriten so wichtig.


Die im Labor vermehrten und Interleukin-trainierten dendritischen Zellen können aber noch zielgenauer gemacht werden: Indem ihnen im „Labor-Trainingscamp“ auch Zellbruchstücke des Tumors präsentiert werden. So „lernen“ sie, was den Tumor ausmacht und wie die Tumorzelle womöglich trotz Maske erkannt werden kann.


Womöglich“, das Wort steht im letzten Absatz - und es ist ein hier wichtiges Wort. Denn, wie gesagt, es gibt kein Wundermittel gegen Krebs. Die dendritische Immunvakzine ist eine erst in den letzten 15 Jahren entwickelte Therapieform. Die klinischen Studien sind nicht übermäßig zahlenreich. Die Behandlung wurde teils nach chirurgischem Eingriff - also der völligen oder teilweisen Entfernung vom Tumor - eingesetzt; teils parallel oder nach Bestrahlung; teils parallel oder nach Chemotherapie; teils auch ohne weitere Therapie. Manche Patienten wurden begleitend auch naturheilkundlich oder homöopathisch behandelt. Es wurden „Primärtumore“ wie auch Metastase-Patienten behandelt. Mit unterschiedlichen Ergebnissen.


Doch die Studien geben vorsichtig Mut. Eine vorläufige Zahl lässt annehmen, dass ein Viertel der behandelten Patienten gar nicht auf die Vakzine reagiert; bei fünfzig Patienten ergab sich eine statistisch signifikante Besserung von Lebensqualität und/ oder Lebenszeit; und bei etwa einem Viertel wurde der Tumor kleiner, und/ oder weniger aggressiv, teils gar aufgelöst. Das lässt uns aufhorchen.


Es gibt genug Quacksalber und Geschäftemacher, die mit der Angst vor Krebs einen Reibach machen wollen. Unlautere Versprechungen gibt es (auch) bei Tumorerkrankungen zuhauf. Wir halten daher den Ball flach. Außerdem gibt es nicht „den“ Tumorpatienten, nicht „den“ Krebs: Zu verschieden sind die Tumorarten,  zu verschieden die Stadien („staging“), zu wichtig die sonstigen Aspekte der körperlichen Verfassung. Auch etwaige Nebenwirkungen müssen erwogen werden (die laut Studien meist mild sind).  


Möglicherweise ist aber diese Therapieform eine Option für einige der Tumorpatienten, vielleicht als Zusatzoption zu anderen Behandlungen. Hier muss man den Einzelfall genau betrachten und gut abwägen - eigentlich ja wie immer. Wir beraten gern.

Öffnungszeiten

Mo.-Fr.:
7:30h -12:00h
15:00h - 19:00h
sowie Samstag:
9:00h - 12:00h

Tel.: (040) 45 17 72

telefon
anfahrt