Morbus Cushing beim Hund.

Morbus Cushing (oder auch „Hyperadrenocortizismus“) ist eine schwere innere Krankheit. Dabei ist der Körper über einen langen Zeitraum zu viel Cortisol ausgesetzt. Cortisol ist zwar ein lebenswichtiges Hormon, das in den Nebennieren produziert wird - normalerweise als Reaktion auf Stress. Aber zu viel ist zu viel. Es ist beim Cushing, als ob ein Patient zu lange Zeit zu starke Kortisonspritzen oder -tabletten bekommen hätte. Nur, dass es sich hier um körpereigenes Kortison (Cortisol) handelt.

Typische Zeichen von zu viel Cortisol sind starker Durst und viel Wasserlassen („Polydipsie und Polyurie“), gesteigerter Appetit, eine allgemeine Schwäche, vermehrtes Hecheln, Haut- und Fellveränderungen, oft ein Hängebauch und ein Verlust der Körpermuskulatur. Vor allem ältere Hunde sind betroffen.

Zwei Ursachen kommen für diese Erkrankung in Frage: Bei bis zu 85% der Cushing-Hunde liegt ein gutartiger Tumor der Hirnanhangsdrüse vor. Dieser Tumor zwingt die Nebennieren, viel zu viel Cortisol auszuschütten. Bei den restlichen 15% der erkrankten Hunde hat eine der beiden Nebennieren selbst einen Tumor - hier wird exzessiv Cortisol produziert, während die andere Nebenniere ihre Arbeit einstellt.

Wie erkennen wir diese Erkrankung?
Meist kommen die Cushing-Patienten aufgrund der oben angeführten Anzeichen zu uns. Zusätzlich zu den typischen klinischen Symptomen helfen uns Urin- und Blutuntersuchungen, inklusive Stimulations- und/oder Inhibitionstests. Ebenso ist eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums notwendig, hier vor allem Leber, Nieren und eben die Nebennieren.

Kann man den Morbus Cushing behandeln?
Ja, bei den meisten Patienten geht das heute sehr gut! Das Ziel der Behandlung ist eine Besserung der Lebensqualität. Durch Reduktion der Cortisolbildung. Zum Einsatz kommt am häufigsten Tabletten. Sehr gut wirksam: Vetoryl (Wirkstoff: Trilostan), dass die Herstellung von Cortisol direkt in den Nebennieren senkt. Vetoryl muss dauerhaft täglich als Hartkapsel verabreicht werden. Gaben von Mariendistel- und Q10-Präparaten können unterstützend sein.

Die Dosis muss im Rahmen von Kontrolluntersuchungen und Bluttests angepasst werden, anfangs wöchentlich, später alle 3 bis 6 Monate. Das Ergebnis liegt uns meist schon am nächsten Tag vor, so dass wir zusammen schnell die weitere Therapie besprechen können.

Das Schöne ist: die Tiere blühen wieder auf! Eine unserer Kundinnen wurde gar auf ihre neuen, jungen Hund angesprochen - aber es war noch immer der alte! Seine Cushing-Therapie war erfolgreich.

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Das Bild zeigt übrigens eine feine histologische Aufbereitung einer Nebenniere. Wir danken Herrn Dipl. Chem.-Ing., Dipl. Biol. Dieter Stoffels für die Überlassung des Bildes!

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