Vogelmedizin

Warum zum vogelkundigen Tierarzt?

Der Vogel als Patient ist im Studium der Veterinärmedizin kein Schwerpunkt. Nur wenige Tiermediziner beginnen dieses aufwendige Studium, um einmal Vögel zu behandeln. Das ist in den letzten Jahren zwar schon deutlich besser geworden, aber im Grunde weiß man am Ende des Studiums nicht gerade viel über den Vogel als Patienten. Vögel sind in Ihrer Anatomie und Physiologie stark unterschiedlich zu den üblichen im Haus gehaltenen Säugetieren wie Hund und Katze, Meerschweinchen und Kaninchen. Zudem unterscheiden sich Vögel auch noch innerhalb der verschiedenen Arten. So fressen Wellensittiche Saaten, ein Reiher aber Fisch. So hat ein Kakadu einen ganz anderen Anspruch an Fütterung und Haltung, als ein Falke. Ein vogelkundiger Tierarzt kann einen erkrankten und gesundheitlich gefährdeten Vogel schnell und sicher untersuchen und somit die Untersuchungs- und Behandlungszeit so kurz wie möglich halten. Dies ist wichtig, denn ein zu großer Stress kann einem kranken Tier unnötig schaden.

Dazu kommt das Wissen, welche Medikamente eher schaden als nutzen. Einige Vögel vertragen bestimmte Antibiotika nicht. Und manch ein Medikament wird von der einen Art sehr gut vertragen, ist aber für eine andere Art womöglich gar tödlich.

Was kann ich als Vogelbesitzer tun, um meinen Vogel gut auf den Tierarztbesuch vorzubereiten?

Es ist immer ratsam, einige Vorbereitungen zu treffen, bevor der Vogel erkrankt ist. Wenn es soweit ist und jeder weiß, dass es oft unverhofft kommt, dann sollte man vorbereitet sein, denn in der Situation wenn das eigene Tier krank ist hat man für kaum etwas Anderes die entsprechende Ruhe

Jeder Besitzer sollte über einen kleinen Transportkäfig verfügen, bei größeren Vögeln eignen sich Katzentransportboxen wirklich hervorragend.  Hier drin sollte sich neben einer stabilen Sitzstange auch ein wenig Futter befinden. Ein Wassergefäß ist für die kurze Zeit nicht zwingend erforderlich, da das Wasser beim Transport oft nur auskippt und den Kot auf dem Boden verwässert.

Der Kot ist ganz wichtig für die Diagnostik und für eine komplette Untersuchung unabdingbar. Daher bitte auf dem Käfigboden keinen Sand! Eine mikroskopische und bakteriologische Kotuntersuchung ist unmöglich, wenn der Kot mit Sand verunreinigt ist. Normales Zeitungspapier oder Küchenrolle ist absolut ausreichend. Soll der Kot besonders frisch sein, kann man etwas Frischhaltefolie ausrollen und auf das Zeitungspapier legen.

Den Vogel in den Transportkäfig zu verbringen ist die nächste Hürde. Viele Vögel sind dies nicht gewohnt, daher üben Sie bitte mit dem Tier, zum Beispiel mit einer Sitzstange, auf der sich der Vogel transportieren lässt. Auch besonders leckeres Futter kann verlockend sein. Lässt der Vogel sich nicht überreden, fangen Sie ihn behutsam mit einem Handtuch. Viele Besitzer fürchten, dass das Einfangen und der Transport Stress bedeutet. Und dass dieser Stress das Tier umbringen kann. Hierzu muss klar gesagt werden, dass die Alternative so lange zu warten, bis der Vogel gesundheitlich vollkommen am Ende ist, keine gute Alternative ist.

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